Autobiographische Notizen


Wanne-Eickel  - Meine persönliche erste Nr.1: „Marina“. Wir liefen durch die Kolonie und sangen das Lied, ich voran mit einem Pappkarton - meine erste Band...

60er, Schulzeit, Beatmusik, elektrische Gitarren, Beatles etc. In Wanne wurde damals der Weltrekord im Dauerbeat aufgestellt. Gitarre fand ich ganz toll.Das Angebot des Vaters, Akkordeon zu lernen, wird natürlich ablelehnt. Erster Auftritt in der Realschule mit Achim Krämer (damals übrigens Tenorhorn!) und mir an der Trommel. Nachdem ich etliche Monate auf dem Stuhl herum getrommelt habe, kann ich endlich Gitarre lernen. Girarrenunterricht bei Bernhard Skovatch, später bei Karl-Heinz Keinemann, Erich Smonkar. Das Improvisieren habe ich mir übrigens selbst beigebracht. Zu der damaligen Zeit gab es praktisch keinen Unterricht in Popmusik, geschweige denn in Jazz.

John Mayall und seine wunderbaren Gitarristen: Wie kriegen die nur diese Töne zusammen. Nachdem die Pentatonik auf dem Griffbrett entdeckt war, gings los. Meinem Lehrer traute ich diese Dinge eher unsicher an, durfte man hinter seinem Rücken so etwas überhaupt? ...Und abgucken, auf Konzerten ...


Auf der Penne waren dann auch andere Musikanten, da konnte man sich austauschen und zusammen spielen und lernen. Manchmal spielte ich mit meiner neuen E-Gitarre in einer Tanzband. War ganz nett, und Geld gab es auch... Neben der Bluesmusik war die Klassische Gitarre wichtig für mich, allein schon die Kenntnis der Notation. Gitarrenduo mit Ulrike Hethey, zeitweilig auch mit Ulrike Haage ... Transistorradio - JEB Baden-Baden - Michael Rüsenberg - „What game shall we play today“. Diskussionsabende mit Stockhausen, Kagel oder Peter Brötzmann - „Die Philosophie der Neuen Musik“ - zwischen Hendrix und Alban Berg ... üben - üben - üben ... Ein ziemliches Durcheinander von Blues, Jazz und Neuer Konzertmusik...


Bundeswehr und eine Rockband in Schleswig ... zufälliges Wiedersehen mit Achim Krämer im Zug auf dem Weg zur Kaserne, gemeinsames freies Improvisieren am Wochenende (Horst Grabosch, Harald Dau, Hans Schneider). Achim und ich spielten unglaublich viel im Duo. Unsere Musik pendelte zwischen Freejazz und rhythmischer Ekstase. Damals konnte man solch eine Musik sogar auf Feten spielen ... Da gabs die ersten Jobs mit freiem Jazz. Treffen der UDJ in Marburg... Ich weiß noch, wie wir für die JuSos gespielt haben und die von unserem Sound entsetzut waren, weil sie eigentlich was amnderes erwartet hatten.


Göttingen - Pädagogikstudium 1976/77 - Musikalische Zusammenarbeit ua. mit Alan Praskin, Ove Volquartz und Gunter Hampel. Alan war gerade aus Gunters Band ausgestiegen und spielte perfekt sämtliche Parkerstücke. Ich erinnere mich noch gut, wie wir ein Konzert im Theaterkeller spielten. „Night in Tunesia“ - im Publikum überraschend drei Schwarze: Duke Jordan, Danny Richmond, Wilbur Ware. Überhaupt tauchten bei den Sessions immer interessante Leute auf: Mark Whitecage, Christian Burchard, James Booker, Roman Bunka, Jack Gregg .... Gunter baute damals gerade seine Bigband mit der fantastischen Galaxie Dream Band als Basis auf: Jeanne Lee, Perry Robinson, Martin Bues, Thomas Keyserling. Jeanne war unglaublich, sie bleibt für mich immer noch eine der Größten. Dann Perry, wir hatten viel Unsinn im Kopf, besonders bei unseren nächtlichen Discobesuchen ... Der Theaterkeller war das Zentrum für Experimente jeglicher Art. Die Bigbandarbeit

gestaltete sich zunachst als Workshop mit unterschiedlichsten Musikern. Diese Erfahrungen mit freien musikalischen Aktionen im Großensemble bleiben bis heute unersätzlich.


Von 1977 bis zum Ende der 80er Jahre gab es unterschiedliche Besetzungen der Bigband. Ich kann mich gut an die Schallplattenaufnahmen im Tonstudio Bauer in Ludwigsburg erinnern. Vor uns war gerade John Scofield mit seinem Trio da und das Mischpult war schon digital. Gigs und Festivals in Stuttgart, Berlin Waldbühne, Dortmund, Viersen, Leverkusen ... Rundfunkmitschnitte

Unvergessen bleiben auch die Konzerte mit Marion Brown in Bregenz und Düsseldorf. Bis heute besteht eine musikalische Freundschaft mit Gunter, wir tauschen uns aus und spielen zuweilen auch zusammen.

Meiner Tochter habe ich das Stück „A Poem for Ruth“ gewidmet, hier ist auch Gunter auf dem Vibraphon zu hören. Für mich ist Gunter Hampel einer der ganz großen europäischen Innovatoren des neuen Jazz.



Nach Göttingen wieder ins Ruhrgebiet ... warum, weiß ich heut nicht mehr so genau ... Mit Achim Krämer fuhr ich zu Theo Jörgensmann nach Bottrop. Im Keller spielten wir wild. Kai Kantak am Bass. Mein Stück „Soul for Mao“ kam als „Song for BoWaGe“ auf Theos neuer Platte heraus und Dietrich Schulz-Köhn machte bei der Besprechung Samstag vormittags aus BOttrop Bochum, und aus WAnne-Eickel WAttenscheidt ... Ja, so kanns gehen.


Ding Dong Band - Irgendwie hatten wir Lust auf Pop und machten naheliegend zur damaligen Zeit eine Jazz-Rock-Band auf. Achim hatte die Idee für den Bandnamen: Ding Dong Band. Das war ‘ne echte Undergroundband. Wir traten vorwiegend im Ruhrgebiet auf und produzierten eine EP. Es folgten Gigs bei Hausbesetzungen etc u.a. mit Willi Tomczyk ... Zwei Gitarren, das war angesagt ... Und wir klapperten die Clubs ab, spielten teilweise auf Eintritt. Ich kann mich erinnern, wie wir im ersten Set nur ein langes Stück spielten. Im zweiten Set trugen wir das ganze nochmals vor! Ich glaube, das ist damals keinem aufgefallen, weil die langen Improvisationen im Vordergrund standen.


Georg Gräwe Grubenklangorchester -

Ich war eigentlich schon mit dem Kopf mehr beim „Publikum“. Aber Georgs Konzept war einfach klasse. Wir probten viel und die Besetzung war ungewöhnlich. Es folgte eine WDR Produktion, die LP: „Bergmannsleben“ ... (mein Vater war übrigens Bergmann)

Die Band war fantastisch besetz u.a. mit Willem van Manen. Einmal fuhren wir nach Berlin, da gab es ein Konzert in Quatier Latin, das vom RIAS mitgeschnitten wurde, das muss so 82 gewesen sein. Nach dem Konzert gab‘s noch ‘ne Pizza. Wir verabschiedeten uns von den 10 Zuschauern und fuhren postwendend wieder nach Hause. Ich allerdings mit einem kleinen Umweg über Aachen. Peter Sonntag wollte ja auch noch Heim ... Nach der Trennung vom Grubenklangorchester nahm ich noch an den Aufnahmen mit dem Kabarettisten Achim Konejung teil.


Giggin‘

Gleichzeitig entschied ich mich eigentlich mehr für die populäre Form der Musik und den Bandbus. Tyree Glenn Jr. - Sohn des Tyree Glenn - Soulmusik. Touring und Leben „on the road“ und viel Spaß mit den Kollegen: Ludwig Götz, Waldo Karpenkiel, Michael Strohm, Georg Hahn, Thomas Alkier ... Dann landete Wayne Bartlett aus LA in Deutschland. Es entstand eine Freundschaft, die sich in vielfacher Form niederschlug. Gemeinsame Songs, eine gemeinsame Single, Gespräche und Diskussionen. Tyree‘s Band spielte überall mit großem Publikumserfolg, ob in Berlin „Joe am Kudamm“ oder in Zürich „Limmat Kai“. Mit kraftvollen Rhythmen Zuschauer zu begeistern hat Spaß gemacht. Da wurden in Berlin Drafie Deutscher  und Gunter Gabriel mitgerissen, und in Zürich stiegen Ndugu oder Queen Yana ein. Wenn wir in Mühlheim spielten, kam übrigens immer Helge Schneider vorbei. Helge hat später freundlicheweise noch einmal Orgel für mich gespielt. Vor zwei Jahren spielten Tyree und ich zusammen in Valencia, das letzte Mal leider zur „Farewell-Party“ anlässlich des überraschenden Todes von Wayne am 22.12.04.



J. Prevert-Vertonungen  mit Ingeborg Wolff - Das war was Neues. Ingeborg ist Schauspielerin und die Proben verliefen mit Regisseur im Teather an der Gate in Wuppertal - wochenlang ...  Die Verbindung von Lyrik oder Prosa und Musik hat mich seitdem nicht mehr losgelassen. Neuere Projekte basieren auf diesen Erfahrungen. Wir hatten eine selbstgebaute Bühne, die man zusammenklappen konnte. Die wurde dann neu aufgeklappt, wenn wir woanders auftraten - ganz akustisch. Der einzige Nachteil dieses Kastens war das unglaubliche Gewicht ...


Referendariat - Schulmusik - Familie und noch mehr populäre Musik, diverse Aufnahmen - Studiomusik - „JumpStreet“ - WDR Stadtmusik 1984

Wieder eine Band mit zwei Gitarren, diesmal mit Bernd Strohm. Eines der interessantesten Erlebnisse mit dieser Band war, wie wir auf einer Tour Richtung Süden nach einer abenteuerlichen Fahrt gemeinsam mit Ernest Mandel im Schwarzwald auftraten.


Was denkt die Maus am Donnerstag?

Meine eigenen Kinder und jene, die ich unterrichte, brachten mich nach der Lektüre eines Josef Guggenmos Gedichtbandes auf die Idee Kinderlyrik zu vertonen. Das tat ich dann auch gleich auf drei CD. Mit Guggenmos hatte ich einen regen Briefkontakt und freute mich über seine positive Kritik: „Ich finde die Lieder großartig: die Komposition ist frisch, lebendig und von dynamischer Vielgestalt. Und: man spürt die Begeisterung der singenden Kinder - das zeigt, dass sie auch andere Kinder mitreißen können“. (10/93)

In diese Zeit fällt auch das Türk.-deutsche Auftragsprojekt. „Begegnungen“.


Don‘t ha ha - Casey Jones - Liverpool. The Governors - 1966 Musik aus Studio B - als Kleiner hatte ich sie im Fernsehen erlebt.

Beatmusik wurde nicht so häufig gesendet. Dass ich später mal bei den Governors landen würde, hätte ich mir nicht träumen lassen. Casey ist ein Liverpooler Original. Dass er bei der Namensgebung der Beatles mitgewirkt hat, kann man überall nachlesen, interessant ist aber auch die Namensliste seiner Gitarristen. Anfang 60 spielte für einige Wochen Eric Clapton in seiner Band. Bei Gunter war es übrigens J.McLaughlin für ein halbes Jahr ... Bis in die Neunziger gabs ein ziemlich heftiges Beatrevival, bei dem wir mitschwammen. Fernsehen (Goldene Schlagerparade, Th.Gottschalks Oldienight, Fernsehgarten etc.)








Das Beste daran war immer das Zusammentreffen auf den entsprechenden Festivals mit den Idolen aus der frühen Jugendzeit: Eric Burdon, Sandy Shaw, Searchers, Marmelade, Dave Dee, Fortunes, Pretty Things oder feucht fröhliche Nächte mit den Lords.  Einige dieser Engländer sind hervorragende Instrumentalisten und wunderbare Kollegen. An Casey ist alles echt. Wenn ich mit ihm

(... übrigens bis heute) auf der Bühne stehe, dann ist das zwar waschechter Rock ’n‘ Roll, aber wie beim Jazz wird improvisiert und das nicht nur während des jeweiligen Songs. Ich arbeite gern mit Casey, weil er den Rock ’n‘ Roll lebt - hoffentlich noch lange. Da ist nichts gekünstelt. Bei allen Konzepten ist mir immer auch die Authentizität ein ganz wichtiges Kriterium.


Wenn man im Rückblick solch unterschiedliche musikalische Welten erlebt und mitgestaltet hat, dann erkennt man auch innere Gemeinsamkeiten. Sich musikantisch in Stilistiken zu bewegen schafft Flexibilität und eröffnet kreative Sichtweisen. Man kann vieles miteinander verbinden oder aus entgegengesetzten Perspektiven sehen.



Nach dem Umzug nach Recklinghausen 1991 boten sich neue musikalische Wege. Jam-Sessions in der Altstadtschmiede.

Der Jazz rückt wieder in den Mittelpunkt meiner musikalischen Tätigkeit. In der Schmiede leitete ich Ensembles mit Gästen wie Benny Bailey, Wolfgang Engstfeld, Alan Praskin oder Matthias Nadolny. Beim Jungen Forum konnte ich zum 1.Mai jeweils 1998 mit Gunter Hampel, 1999 Charlie Mariano, 2000 Jasper van‘t Hof, 2001 Philip Catherine, 2002 Manfred Schoof, 2003 Benny Bailey, 2004 Gerd Dudek spielen. Gründung Ding Dong Records. Aus diesen Treffen in Recklinghausen entstanden häufig musikalische Freundschaften. Unvergessen und für mich  wichtig war meine Zusammenarbeit mit Charlie Mariano. Mit ihm spielen zu dürfen hat das Vertrauen in meine musikalische Arbeit wesentlich gestärkt. Hier einige Auszüge aus unserem Info:


„Jazz, die Musik dieses Jahrhunderts, hat sich gegen dessen Ende zu einer weltumspannenden künstlerischen und kreativen Kraft entwickelt. Trugen die meist amerikanischen Musiker in den vergangenen Jahrzehnten seine Botschaft rund um die Erde, haben inzwischen Musiker aus allen Ländern diese Musik mit ihrer eigenen kulturellen Identität zu einer neuen Musik verbunden, die nach wie vor alle Elemente des Jazz und damit zu Recht seinen Namen trägt. Einer der wichtigsten Exponenten dieser Entwicklung, der bis heute einer der besonderen Botschafter des Jazz ist und auf einfühlsame und sensible Weise seine Musik vielen, vor allem jungen Musiker in der Welt vermittelt hat, ist der Altsaxophonist Charlie Mariano.“

(Hans-Jürgen v. Osterhausen)


Die Band:

Thomas Alkier und Ingo Marmulla verbindet eine lange musikalische Freundschaft. Ingo Marmulla, Mitte 70 tätig im Bereich des freien Jazz, später in unterschiedlichen Stilistiken, traf Alkier wieder bei gemeinsamen Studioaufnahmen mit Benny Bailey. Mittlerweile wohnt Alkier in Berlin und spielt mit allen Stars des Jazz, so wie er es schon Mitte der 80 in der Band von Mariano getan hatte. Nach einer ersten Begegnung Marmullas mit Charlie Mariano 1999 und der Planung weiterer gemeinsamer Konzerte kam sofort die Idee auf, den vormaligen Schlagzeuger der Mariano-Band, Thomas Alkier, zu engagieren. Seitdem Ist die Alkier-Marmulla Band die Basis der gemeinsamen musikalischen Arbeit und der Grund für einer Reihe von bemerkenswerten Konzerten voller Energie und Spielfreude auf Seiten der Musiker und enormer Begeisterung auf Seiten des Publikums.

Die Band-Besetzung (Alto - Gitarre - Kontrabass - Schlagzeug und Percussion) bietet die ideale klangliche Basis zur Umsetzung Marianos Musik. Die Band spielt Eigenkom-positionen wie Marianos Hit „Plum Island“, „Zephyr“ oder „Ballad“, indisch orientierte Stücke wie „Yagapriya“ und andererseits einige ausgesuchte Standards wie „Goodbye“. Durch technische Brillianz und die ungebrochene Vitalität des Saxophonstars entsteht eine unglaubliche musikalische Spannung. Trotz der unerschöpflichen Spielfreude bleibt der Klang immer transparent. Bei einigen Konzerten verzichtete die Gruppe ganz auf  technische Verstärkung und spielte „unplugged“.


Presse:

"Mariano bot Jazz der Extraklasse“

"Jazzige Orkane toben durch das Glashaus -Mariano überschreitet noch immer Grenzen. Mariano bot im Glashaus zusammen mit Thomas AIkier und der Ingo Marmulla Band eine magische Mischung aus Jazz, Funk, Blues und Weltmusik, dessen vitaler Kraft sich über 300 Zuschauerinnen und Zuschauer nicht entziehen konnten.(Mariano) eröffnet dem Publikum mit seinem einzigartig virtuosem Stil einen jazzmusikalischen Kosmos, in dessen scheinbar unendlicher Registerweite fernöstliche Einflüsse wie funkelnde Sterne aufleuchten.

Seine Vorliebe für Reisen sowie musikalische Grenzüberschreitungen führte ihn nun ins Hertener Glashaus zu einem innovativen Zusammenspiel mit dem Recklinghäuser Schlagzeuger Thomas  Alkier und der Ingo Marmulla Band."

WAZ Herten

"Am Altsax macht Mariano keiner was vor - Präsentiert wurde der gebürtige Bostoner von der Thomas Alkier & Ingo Marmulla Band. Bemerkenswert die Spielfreude zwischen Jung und Alt. Ingo Marmulla, Gitarrist aus Recklinghausen, steuert viele Eigenkompositionen bei und gönnt sich immer wieder lange, mit Applaus bedachte Solo-Ausflüge ... "

WAZ Bochum


„So überraschte die Vielfalt, mit der der betagte Sohn italienischer Einwanderer beim Konzert in Münster auftrumpfte, kaum. Eingerahmt von zwei locker tropfenden Shuffle-Stücken, wanderte Mariano selbstversunken durch Blues und Balladen, hielt selbst einem vom Gitarristen Ingo Marmulla kraftvoll vorangetriebenen und von Schlagzeuger Heinrich Köbberling und Ingmar Heller wuchtig untermauerten

Roch ’n‘ Roll stand ...

Obwohl als Gruppe unter seiner Federführung angekündigt, überließ Charlie Mariano gern dem „Youngster“ Marmulla die Leitung der Band. Bis auf den Titel „Yagapriya“. Hier konzentrierte sich alles auf den in malerische Meditation versunkenen Indienfahrer.“

Münster - Klaus-Peter Heß



Benny Bailey & Ingo Marmulla Band feat. Gerd Dudek


Benny Bailey verdanke ich sehr viel. Durch unsere gemeinsamen Quintettauftritte mit Gerd Dudek konnte ic meine Gitarrenquintett-Idee realisieren. Auch meine neue Band hält an diesem Konzept fest. Benny war für mich auch der Inbegriff des schwarzen Jazzmusikers und ich war stalz darauf, mit ihm auf einer Bühne stehen zu können. Gerd tat das Übrige hinzu ... Er konnte sehr rau sein, besonders zu Schlagzeugern, mich hat er immer freundlich behandelt. Als ich ihm einmal sagte, dass es mir nicht immer leicht fiele, seine Anfänge und Schlüsse, oder sonstigen Aktionen während des Spiels zu verstehen, sagte er lächelnd: „You can do it. Otherwise I wouldn‘t play with you.“

1947 als junger Mann erstmalig mit Dizzy Gillespie auf den Kontinent, verschlug es ihn endgültig nach weitreren Konzerten mit Quincy Jones nach Europa. Im Laufe seiner Karriere machte er Platten mit allen Großen des Jazz (Miles Davis, Dexter Gordon, Dizzy Gillespie, Lionel Hampton...) Alle jungen Weltstars auf der Trompete - Winton Marsalis, Woody Shaw, Nicholas Payton - haben dem Altmeister ihre Aufartung erwiesen und ihn zum gemeinsamen Spiel auf diversen Festivals eingeladen.


Presse:

„Grandiose Soli und tolles Zusammenspiel - Benny Bailey trifft Ingo Marmulla“

WAZ  10.12.01

„Jazz verbindet Generationen -  Mit gefühlvollem Blues, romantischen Bossa Nova und mitreißendem Swing begeisterte Benny Bailey, einer der bedeutendsten Bebop-Trompeter sein Publikum im Glashaus.“

Hertener Zeitung

Jazzfestival Wetter 2002

Parkfestival mit fulminantem Auftakt (Westfälische Rundschau)

„Die Zuhörer erlebten am Donnerstagabend in der wetterschenLichtburg einen fulminanten Auftakt des Parkfestivals 2002....

Und dann „Benny Bailey und die Ingo Marmulla Band“:

Der 77-jährige Benny Bailey aus Cleveland und die Marmulla-Band aus dem Ruhrpott bestachen durch schillernde Soli und Improvisationen.“

Altmeister zum Festivalauftakt (Westfalenpost)

„Trompetenvirtuose brachte rauchige Jazz-Club-Atmosphäre in die Lichtburg...

Absoluter Höhepunkt des gelungenen Studioabends war jedoch der Auftritt des 77-jährigen Trompetenvirtuosen Benny Bailey. Schon mit ersten Takten demonstrierte er, wie traditionelle Jazzclub-Atmosphäre aussehen kann...

Neben dem Altmeister glänzte dabei als besonderer Gast der Saxophonist Gerd Dudek.“

„Wahrlich ein „großer alter Mann“ seiner Kunst - Ingo Marmulla Band begleitete kongenial

...Wenn er loslegte, wurde das Instrument ein Teil von ihm. Benny Bailey ließ die Trompete schmettern und kreischen, krähen und wimmern und sogar singen. So gewann er Standards und Stücken seiner musikalischen Weggefährten (Ellington oder Gillespie) in eigenwilligen arrangements neue, überraschende Seiten ab.

Im Gitarristen Ingo Marmulla und dessen Ensemble fand Benny Bailey kongeniale Mitmusiker. Mit einfallsreichen, zum Teil höchst virtuosen Soli gaben sie den Stücken zusätzlich Farbe ...“

„Ein Abend mit einer Legende

Sobald er seine Trompete an die Lippen stzt, durchfließt Bailey ein Energieschub.

... Mit virtuoser Technik und unübertroffenem Einfühlungsvermögen zaubert er Standards aus der Swing- und Bebop-Ära aus seinem Instrument. Manchmal dreht er sich dabei zu seinen Mitspielern Ingo Marmulla, Norbert Hotz und Heinrich Köbberling um und das Quartett spielt im intimen Kreis. Bailey lässt seinen Begleitmusikern viel Raum zur eigenen Entfaltung. Besonders Gitarrist und Bandleader Ingo Marmulla tut sich dabei hervor ...“


Nachruf:

Benny Bailey verstarb März/April 2005 in seiner Amsterdamer Wohnung. Er bleibt für mich einer der wichtigsten „Lehrer“ und Musikerpersönlichkeiten, mit denen ich musizieren durfte. 2005 sollte ein gutes Jahr für unsere kleine Band werden. Ich versuchte ihn für ein weiteres Konzert anzurufen. Er ging nie ans Telefon ... Die Befürchtung traf ein. Die Konzerte sind mit ihm nahestehenden Trompetern durchgeführt worden:

Rick Kiefer, Klaus Osterloh, Ack van Rooyen

Bei der Trauerfeier Anfang Mai waren viele holländische Musiker und Freunde,

vorgelesen wurden Kondolenzen von Quincey Jones bis Johnny Griffin ...

Im Sommer des gleichen Jahres las ich Ray Charles: Die Autobiographie

„Ich beschloss nach meinem Gig noch die Lionel Hampton Band zu erwischen ... Ich kannte Hamp nicht persönlich,aber ich kannte sehr wohl einige seiner Trompeter - etwa Benny Bailey ...“




Ensemble West und ....

Mit meiner Großbesetzung u.a. mit Gunter Hampel & Gerd Dudek nahm ich an SwingBeatsfestival teil.

Es hat mir immer Spaß gemacht, die Quintettformation um einige Bläser zu erweitern und Arrangements zu schreiben. Auf meiner zweiten CD sind eine Beispiele zu hören. So auch ein Livemitschnitt mit Manfred Schoof und meiner Version von „Goodbye“. Ich hatte unterschiedliche Gäste in dieser Großformation: Schoof, Dudek, Alan Praskin, E.Koltermann, Ph.Caterine ... Festivals in Lüneburg und Essen, CD-Veröffentlichung

....

Improvisation und Literatur

Hattinger Litertaturtage 2002/03 

Solo-Improvisationen zu Texten

Ensemble West, Jazz und Lyrik ,Improvisationen und Kompositionen zu Gedichten von Baldwin, Ende, Lenau, Charms ...

Ingo Marmulla Band meets Bill Moody - Lesung des Romans „Moulin Rouge, Las Vegas“ und gemeinsames Improvisieren mit dem vormaligen Schlagzeuger von Earl Hines, Lou Rawls ...

„Der Verfolger“ Jazz und Prosa - Lesung und Musik mit der Ingo Marmulla Band feat. Katrin Scherer ....



             



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